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Der neurologische Patient - Nachbereitung des Kurses 12 Dez 2019 17:49 #128

  • christiane
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Hallo Ihr Zwei,
ja super beantwortet. Noch zwei kleine Anmerkungen und zwar zu Frage 10 und 11. Posturale Sets, darunter verstehen wir in der Neurorehabilitation die verschiedenen Ausgangsstellungen also Seitlage, Sternallage, Sitz und Stand und die entsprechende Haltungskontrolle in den einzelnen Ausgangsstellungen. Schlüsselpunkte sind dabei insbesondere der Schultergürtel, der Rumpf, der Kopf und das Becken und ihre Position zur Unterstützungsfläche. Fazilitieren bedeutet in diesem Zusammenhang, dass Einnehmen und Halten der verschiedenen posturalen Sets zu unterstützen, zu fördern, zu erleichtern. Zu Frage 11 grundsätzlich kann man sagen, dass eine erhöhte Spannung des NS die Nervenmobilität einschränkt, daraus folgt wieder alles, was ihr geschrieben habt.

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Der neurologische Patient - Nachbereitung des Kurses 21 Nov 2019 19:34 #123

Der neurologische Patient


1. Was genau versteht man unter Cervical- bzw. Lumbalschwellung?

Cervicalschwellung:
Dort befindet sich der Ursprung der Nerven für die VGLM im Bereich des Rückenmark.
Die Anschwellung liegt zwischen C 6 – TH 2 und wird als Intumescentia cervicalis bezeichnet = Cervicalschwellung

Lumbalschwellung:
Ursprung der Nerven für die HGLM im Bereich des Rückenmark. Zwischen L 4 – S 1 liegt die Anschwellung und wird als Intumescentia lumbalis bezeichnet = Lumbalschwellung


2. Was bedeutet die Bezeichnung oberes motorisches Neuron (OMN) und wo befindet sich dieses Neuron?

Obere Motoneuronen sind Nervenzellen des ZNS, Neuronen 1. Ordnung.
Sie steuern die Körperhaltung und Willkürmotorik.
Diese Motoneuronen kontrollieren die Muskeln nicht direkt, sondern über das UMN.
Die Zellkörper befinden sich im Cortex des Gehirns und ziehen zu den Alphamotoneuronen.


3. Was bedeutet die Bezeichnung unteres motorisches Neuron (UMN) und wo befindet sich dieses Neuron?

Untere Motoneuronen sind Nervenzellen des ZNS, Neuronen 2. Ordnung.
Sie steuern Bewegungen und Reflexe.
Das UMN versorgt die Muskeln direkt.
Die Zellkörper befinden sich in der grauen Substanz des Rückenmark.
Das UMN liegt in der Cervical- bzw. Lumbalschwellung.


4. Was genau wird mit den Haltungs- und Stellreaktionen überprüft?

Mit der Haltungs- und Stellreaktion wird die Funktion des ZNS überprüft.
Die Bewegungsabläufe (Reflexe, Tiefensensibilität, Motorik) des Hundes werden getestet.




5. Bitte nennt ein Beispiel für eine Haltungs- und/oder Stellreaktion!


Haltungsreaktion –
Der Hund begibt sich aus der Seitenlage erst in die Bauchlage und steht danach auf.

Tonische Nackenreaktion –
Bei Hyperextension des Nackens wird eine Streckung in den VGLM und eine Beugung in den HGLM beobachtet. Umgekehrt führt eine Hyperflexion des Nackens zu einer leichten Beugung der VGLM und einer leichten Streckung der HGLM.
Bei einer Rechtsrotation des Nackens wird die gleichseitige Gliedmaße leicht gestreckt und die andere Seite leicht gebeugt – Fechterstellung
In Linksrotation umgekehrt.

Stellreaktion –
Wenn man ein Bein des Hundes in die ADD bringt und man dann noch den Hund vorsichtig zur Seite schiebt, wird dieser einen „Ausfallschritt“ (Stellschritt) machen.


6. Was genau versteht man unter reziproken Hemmung?

Unter einer reziproken Hemmung versteht man, einen Wechsel von Stabilität und Bewegung.
Für einen Schritt nach vorne, muss eine GLM belastet werden (Standbein/Aktivierung Extensoren) und die andere GLM entspannt (gehemmt) werden (Schwungbein/Aktivierung Flexoren), um Schwung zu holen für den Schritt nach vorne.
Bei einer Spastik (z.b.) wird das Muster aufgebrochen, in dem man in die entgegengesetzte Richtung die Extremitäten einstellt.
z.B. spastisches Muster HH > EXT/ADD/IRO; Hemmung HH > FLEX/ABD/ARO


7. Wie kann Spastizität definiert werden?

Durch eine Verletzung des ZNS wird die Muskelspannung erhöht, dieses führt zu Muskelkrämpfen > Verhärtungen/Versteifungen > Einschränkung der Beweglichkeit
Das Zusammenspiel zwischen Muskelanspannung- und entspannung ist gestört. Die Nerven sorgen für einen Zustand ständiger Erregung und Anspannung.
Kurz gesagt, ist Spastizität eine erhöhte Spannung im NS mit Ausfällen der Steuerung der Muskulatur, welche immer mit einer Hyperreflexie einhergeht.



8. Was bedeutet der Begriff Homunkulus in der Neuroanatomie?

Hommunkulus steht für den sensorischen und motorischen Cortex.
Hierbei werden die einzelnen Gehirnregionen den Körperteilen zugeordnet für die sie verantwortlich sind.
So werden im sensorischen Cortex, z.b. das Gesicht, die Lippen und die Zunge größer dargestellt. Entsprechend ihrer Empfindlichkeit
Im motorischen Cortex sind z.b. das Gesicht (Mimik) und die Hand größer dargestellt, entsprechend der Feinheit ihrer Ansteuerung.
Es ist die Sinneswahrnehmung des Körpers auf der Großhirnrinde für den Körper.
Die betroffene Struktur muss durch sensorische Reize mit vielen Wiederholungen angeregt werden, um einen Nichtgebrauch zu verhindern.
Andernfalls kompensieren nicht betroffene Strukturen und der geschädigte Bereich wird passiver.



9. Warum müssen therapeutische Inputs variabel sein?

Therapeutische Inputs müssen variabel sein (verschiedene Ausgangsstellungen, Materialien, Geschwindigkeiten, Intensitäten) und Bezug haben zu einer Aktivität, da sonst motorisches Lernen nicht stattfinden kann.
Da das NS schnell adaptierbar ist, werden durch variable Reizungen größere Erfolge in der Sinneswahrnehmung erzielt. Je mehr Input, desto mehr Qualität des NS.
Wichtig in diesem Zusammenhang ist die Aufmerksamkeit des Hundes einzufordern.


10. Was versteht ihr unter der Fazilitierung posturaler Sets?

Der posturale Set bezieht sich auf die posturale Kontrolle. Fazilitierung bedeutet einen Reiz auf die entsprechende Muskulatur zu geben, um diese anzuregen.
Fazilitierung posturaler Set = Anregung entsprechender muskulärer Kontrolle
der betroffenen Region.
Z.b. durch Unterstützung wird der Körper des Hundes in einzelnen Ausgangsstellungen gefördert, wie von der Seitenlage in die Bauchlage
Durch die Veränderungen muss der Hund versuchen das Gleichgewicht zu halten.


11. Welche Folgen hat eine Erhöhung der Spannung im NS?

Je höher die Spannung im NS, desto empfindlicher wird der Hund bzw. die betroffene Struktur. Dieses kann sich in einer veränderten Körperhaltung, Schmerzen und / oder Spastik/Lähmung zeigen. Eventuell kann sogar noch eine Verstärkung dieser Symptomatiken ausgelöst werden.

Schöne Grüße von Diana und Jessy =)

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Der neurologische Patient - Nachbereitung des Kurses 18 Nov 2019 19:22 #121

  • christiane
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Fragen zur Nachbereitung des Kurses. Bitte die Antworten hier einstellen. Danke
1. Was genau versteht man unter der Cervical- bzw. Lumbalschwellung?
2. Was bedeutet die Bezeichnung oberes motorisches Neuron und wo befindet sich dieses Neuron?
3. Was bedeutet die Bezeichnung unteres motorisches Neuron und wo befindet sich dieses Neuron?
4. Was genau, wird mit den Haltungs- und Stellreaktionen überprüft?
5. Bitte nennt ein Beispiel, für eine Haltungs- und/oder Stellreaktion!
6. Was genau versteht man unter der reziproken Hemmung?
7. Wie kann Spastizität definiert werden?
8. Was bedeutet der Begriff Homunkulus in der Neuroanatomie?
9. Warum müssen therapeutische Inputs variabel sein?
10. Was versteht ihr unter der Fazilitierung posturaler Sets?
11. Welche Folgen hat eine Erhöhung der Spannung im Nervensystem?
Viel Spass beim Beantworten, ich freue mich auf Eure Antworten
Christiane

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